Wieso kann man mit einem Streichholz schlechte Gerüche tilgen?

streichholz

Streichholzfrische auf dem Klo Foto: M. Großmann / pixelio.de & birgitH / pixelio.de

 

Wer auf fremden Toiletten zu Gast ist, hat Glück, wenn er Zündhölzer parat hat. Bekanntlich genügt es, ein einziges davon zu entzünden, um den stillen Ort von üblem Klogeruch zu befreien. Denken wir zumindest. In Wahrheit tilgen Streichhölzer Gerüche nicht, sondern übertünchen sie nur!

 

Das funktioniert so: Damit Streichhölzer sich an der Reißfläche entzünden, enthalten ihre Köpfe zwischen vier und sieben Prozent Schwefel. Dieser verbindet sich während des Aufflammens mit Sauerstoff, wodurch ein kleines, weißes Wölkchen Schwefeldioxid entsteht – ein Giftgas, das nur etwas mehr als doppelt so schwer ist wie Luft und sich deshalb leicht im Raum verbreitet. Hat es die menschliche Nase erreicht, leistet es ganze Arbeit. Unser Gehirn reagiert nämlich besonders sensibel auf Gerüche, die Gefahr anzeigen, und so nimmt es sogleich nur noch den stechenden Schwefelgeruch wahr. Immerhin lässt dieser auf Feuer schließen, und schon in einer Luftkonzentration von 0,04 Prozent ist Schwefeldioxid so giftig, dass man davon akute Vergiftungserscheinungen wie Atemnot oder Hornhauttrübung bekommen kann. Kein Wunder also, dass Klogeruch da keine Rolle mehr spielt.

 

Stünden Blumen oder Kuchen im Raum, hätten diese ebenfalls keine Chance mehr, im Riechzentrum des Hirns registriert zu werden. Erst nach einigen Minuten löst sich das Schwefeldioxid wieder in alle Winde auf. Ist es so weit, kann man meist auch die Toilette wieder betreten, ohne umzukippen.

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