Wie viele Menschen leben in Atomgefahr?

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212 Kernkraftwerke sind derzeit auf der Erde in Betrieb, und so manches stellt eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Die Zeitschrift „Nature“ und die Columbia Universität starteten deshalb eine Untersuchung, wie viele Anwohner eigentlich in der Nähe all dieser GAU-Anwärter leben. Ergebnis: Fast 100 Millionen Menschen wohnen näher als 30 Kilometer im Einzugsbereich eines Kernkraftwerks.

Spitzenreiter ist laut der Studie das Kanupp-Werk in Karachi, Pakistan. Bildet sich darin ein Leck, müssen 8,3 Millionen Bürger aus der Todeszone – in Tschernobyl und Fukushima betrug ihr Radius 30 Kilometer, daher der Wert – evakuiert werden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen zwei Taiwanesische Werke. Doch schon auf Platz neun liegt das deutsche Philippsburg: Erleidet das Baden-Württembergische Kraftwerk einen Schaden, müssten 1,7 Millionen Anwohner ihr Zuhause verlassen! Das Atomkraftwerk Krümmel folgt mit 1,2 Millionen auf Platz 16.

Welche Atomkraftwerke am gefährlichsten sind, hängt indes nicht unbedingt von ihrem Alter ab. Laut den Verfassern der Studie hat jedes eine ganz eigene Risikolage, abhängig von der Größe, der natürlichen Umgebung und vor allem der Sicherheitskultur, die dort gepflegt wird. Die Alarmbereitschaft der Werksführung und die Menge der regelmäßigen Kontrollen spielt eine Rolle, ebenso wie die Zahl der Sicherheitskräfte und deren Trainings- und Ausbildungsstand.

In vielen Fällen wird an allem gespart, weil die Betreiber Unglücke als zu unwahrscheinlich einstufen. Das war etwa in Fukushima der Fall: Auf Japans seismischer Risiko-Karte waren Erdbeben und Tsunamis in der Umgebung des Ünglückswerks als „relativ wenig wahrscheinlich“ eingezeichnet. Als die Riesenwelle das Werk dann zerstörte, konnten die Betreiber praktisch nur zuschauen. WIN

 

Eine Google-Earth-Karte der Menschen in Atomgefahr bietet „Nature“ unter http://www.nature.com/news/2011/110421/full/472400a/box/2.html

 

Foto: Peter von Bechen  / pixelio.de

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