Was ist ein CEO?

flagWer heute Stellenanzeigen studiert, stößt schnell an die Grenzen seines Schulenglisch: Die amerikanischen Bezeichnungen, die dort zu lesen sind, werden immer spezifischer. Auch wer es nicht mit Buchstabenkürzeln wie CEO zu tun hat, sondern einem echten Chief Executive Officer die Hand schüttelt, kommt ins Grübeln: Ist das Gegenüber wichtig?

 

Meist ist es so: Je länger ein American Jobtitle, wie Experten es nennen, und je lieber abgekürzt, desto höher die Position. Ein CEO ist etwa als Leiter der Geschäftsführung der oberste Chef, ein Chairman of the Board of Management (kurz Chairman) der Vorstandsvorsitzende der Firma. Der kürzere Facility Manager hingegen trägt keinen Aktenkoffer, sondern einen Schlüsselbund – er ist Hausmeister eines großen Gebäudes. Und ein Underwriter unterschreibt keine Schecks, sondern ist Versicherungs-Sachbearbeiter.

 

Dass Firmen amerikanische Jobbezeichnungen verwenden, ist keine Mode. „Exportorientierte Unternehmen sind darauf angewiesen“, erklärt Oluf F. Konstroffer, Experte für US-Unternehmenskultur und CEO einer Personalberatungsfirma. „Wer in Kasachstan oder China agiert, will dort verstanden werden und benutzt deshalb auf der ganzen Welt einheitliche Begriffe.“ Von Bewerbern auf entsprechende Stellenangebote werde deshalb auch „ordentliches Englisch“ verlangt. Tücken haben American Jobtitles aber auch. Sie sagen beispielsweise nichts über die Ausbildung aus, die für die jeweilige Tätigkeit nötig ist.

 

Nach dem US-System kann auch der Kassierer eines Imbisswagens „Financial Analyst“ sein, so lange er die Betriebskosten abwägt. Auch ist es riskant, die Begriffe zu übersetzen. So sollte sich nicht als Kundenbetreuer bewerben, wer Key Account Manager werden will, denn: „Zwar betreut ein Key Account Manager Großkunden“, so Konstroffer, „doch er wird nach Umsatz gemessen und ist letztlich Verkäufer. Der Aspekt fehlt im Deutschen.“ Wer auf den Sprung ins Global Business hofft, sollte US-Stellenbezeichnungen also gut kennen.

 

Lesetipp:

 

Oluf F. Konstroffer: „American Job Titles – und was sie bedeuten. Handbuch für Stellensuchende, Personalfachleute und Führungskräfte“. Deutsch/ Englisch, gebundene Ausgabe; Redline Wirtschaftsverlag; 24,90 €

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