Warum wird Schwangeren schlecht?

Schwanger

Eine ruhige Kugel schieben …

 

Von wegen Gurken. Mehr als die Hälfte aller Frauen leidet während der ersten drei Schwangerschaftsmonate an Übelkeit, wenn nicht sogar an Hyperemesis, also unstillbarem Erbrechen.

 

An Essiggemüse ist da nicht zu denken, alleine der Geruch von Kaffee oder Toast ist für Betroffene oft unerträglich. Schuld daran sind Hormone: HCG (humanes chorionisches Gonadotropin), Östrogen, Cholecystokinin und Thyroxin steigen ab der sechsten Woche im Körper der Mutter sprunghaft an, erreichen um die zehnte Woche ihren Gipfel und veranstalten dabei einen derartigen Zirkus, dass einem einfach schlecht werden muss. Sie verändern zum Beispiel den Magen-Darm-Rhythmus, gaukeln Sättigung vor, machen die Muskeln weich und die Schwangere ständig müde.

 

Ein Rätsel ist Medizinern allerdings, warum viele Frauen trotz dieses Aufruhrs verschont bleiben. Asiatinnen und Afrikanerinnen etwa leiden viel seltener an Schwangerschaftserbrechen als Westlerinnen. In Kriegszeiten tritt das Übel seltener auf als im Frieden, in der Stadt häufiger als auf dem Land, bei Armen eher als bei Reichen. Die Biologin Gillian V. Pepper erklärt das mit der Ernährung: Gesunde Kost aus Obst, Gemüse und Reis mache Frauen weniger anfällig für Übelkeit als die Mengen an Fleisch, Eiern, Milch, Zucker, Fett und Alkohol, die in Konsumgesellschaften verzehrt werden. Eine andere Theorie besagt, dass Übelkeit und Erbrechen auch Ausdruck seelischer Probleme sein können. Dafür spricht, dass die Malaise oft verschwindet, sobald die Schwangere in der Klinik liegt – und Urlaub vom Partner oder der Schwiegermutter hat. Auch Mehrlingsschwangerschaften, Rauchen, Essstörungen, Reisekrankheit und Stress werden derzeit als begünstigende Faktoren für Schwangerschaftsübelkeit erforscht. Nicht zu vergessen das Geschlecht des Babys: Wem übel ist, der bekommt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit (58 %) ein Mädchen, belegen internationale Studien.

 

 

Das hilft gegen Übelkeit

 

– Über den Tag verteilt viele kleine Portionen essen
– Kekse oder Nüsse knabbern
– Fett, Zucker und Eiweiß reduzieren
– Ingwer kauen, egal in welcher Form
– Eiskaltes Wasser beruhigt den Magen

 

– Schlafen, wenn einem danach ist
– Sport vor und zu Beginn der Schwangerschaft
– Ein Wochenende bei einer Freundin oder liebevollen Verwandten
– Haushaltsarbeiten an den Partner delegieren

 

– Homöopathie: Ipecacuana, Nux Vomica, Sepia, Colchicum und Arsenicum Album helfen bei Übelkeit. Das richtige Mittel und die richtige Potentierung empfehlen Heilpraktiker oder Hebamme.
– Medizin: Vitamin B6 (z.B. Pyridoxin), Dimenhydrat (z.B. Vomex) oder Diphenhydramin (z.B. Emesan, Vivinox) schaden dem Ungeborenen nicht. Die Einnahme mit dem Arzt besprechen.

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