Warum wachsen abgetrennte Glieder nicht nach?

axolotl

Der Molch Axolotl kann es: Verliert er Gliedmaßen, wachsen sie ihm vollständig wieder nach. Auch Menschen besitzen diese Fähigkeit – allerdings nur als Embryo. Einmal zur Welt gekommen, verändert sich ihr Immunsystem so, dass neue Glieder nicht mehr entstehen können.

Der entscheidende Faktor dabei ist die Wundheilung. Kerstin Reimers-Fadhlaoui, Biologin an der Klinik für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover, erklärt: „Der Axolotl bildet bei Amputationen sehr schnell eine neue Hautschicht über der Wunde. Diese gibt praktisch den ‚Baubefehl’ für ein neues Glied. Sie sendet Signale an die darunter liegenden Zellen, sich in einen Embryonalzustand zurück zu verwandeln, aus dem heraus sie sich wieder teilen können.“ Aus der Molchwunde wächst so ein neues Glied heran. Bei Säugetieren bildet sich dagegen ein Blutschorf mit Granulationsgewebe darunter. „Alles geht viel langsamer, ist von vorne herein auf Vernarbung programmiert statt auf Neubildung.“

Warum das so ist, ist allerdings nicht bis ins Detail geklärt. Denn es gibt Ausnahmen. Bei Kindern wurde beispielsweise beobachtet, dass, wie beim Axolotl, abgetrennte Fingerspitzen neu nachwachsen – sofern das Nagelbett nicht verletzt ist und die Wunde nicht genäht wurde. Und schließlich besitzen ja auch Embryos die Fähigkeit, Glieder und Organe neu zu bilden, ohne dass nach der Geburt Verletzungszeichen zu sehen wären. Wie diese Fähigkeiten zur Bioregeneration auf Erwachsenen übertragen werden könnten, sollen in Hannover weitere Lurchstudien erweisen.

Foto: L. Stallknecht  / pixelio.de

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