Warum sind Hasen so fruchtbar?

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Schon Aristoteles vermutete als Ursache für die starke Vermehrung von Feldhasen eine besondere Fähigkeit der Häsinnen: Sie könnten doppelt schwanger werden, meinte er. Seine Erklärung, dass in Hasenweibchen ein neuer Wurf heran wachsen kann, wenn der alte noch nicht mal geboren ist, wurde in 2000 Jahren Menschheitsgeschichte auch immer wieder durch Beobachtungen gestützt. Einerseits brachten Hasenobduktionen Feten in verschiedenen Entwicklungsstadien zutage, andererseits sah man Häsinnen vielmals noch vor den 42 Tagen, die eine Hasenschwangerschaft dauert, Junge gebären.

Die endgültige Bestätigung der Superfetation, wie Forscher parallele Schwangerschaften nennen, gelang nun aber der Tierärztin Kathleen Renate Röllig vom Berliner Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Sie beobachtete hochschwangere Häsinnen, die Begegnungen mit Rammlern hatten, per Ultraschall. Dabei war klar zu erkennen, dass die Spermien der männlichen Hasen tatsächlich durch die Gebärmutter, am fast fertigen Wurf vorbei, in den Eileiter wanderten und dort ein frisches Ei befruchteten. Die neuen Embryos reiften dann vier Tage im Leiter, bis der „alte“ Wurf geboren wurde und sie den Platz in der Gebärmutter einnehmen konnten. Besonders elegant: Für den Beweis musste kein einziger Hase sterben.

 

Foto: Grey59  / pixelio.de

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