Warum quietschen im Parkhaus die Reifen?

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Wer in der Tiefgarage mit viel Gekurbel einparkt, veranstaltet meist ein heftiges Quietschkonzert. So mancher sorgt sich dabei um die Qualität seiner Reifen – doch der Grund für die Geräusche sind die Spezialböden, die in Parkhäusern ausliegen.

Diese müssen vielen Anforderungen entsprechen: Einerseits sollen sie täglich Hunderte Fahrzeuge, Stöckelschuhe, Einkaufswägen und vieles mehr aushalten, schmutzabweisend und leicht zu reinigen sein, am besten auch noch Licht reflektieren, um dem Parkhausbetreiber Beleuchtungskosten zu sparen. Sie müssen also besonders glatt und hart sein. Andererseits dürfen aber weder Autos noch Menschen auf dem Parkhausboden rutschen. Und deshalb wählt man dafür Harz. Mehrere Schichten übereinander, teils mit Quarzsand vermischt, bilden einen Boden, der hartglänzend versiegelt, gleichzeitig aber auch recht haftfreudig ist.

Fährt nun ein Auto mit langsamer Geschwindigkeit auf so einem Boden, kleben seine Reifen aus Gummi geradezu darauf fest. Und zwar umso mehr, je schwerer das Auto auf ihnen lastet. Auch beim Einparken klebt der Reifen erst mal weiter; ähnlich wie ein nasser Finger auf einem Weinglas. Er fängt die Lenkbewegung mit seiner Elastizität ab, so lange es nur geht, und rührt sich nicht. Erst wenn die mechanische Kraft zu groß wird, das Lenkrad also schon weiter eingeschlagen ist, als die Räder sich drehen sollten, rutschen die Reifen mit einem Schlag los. Dabei setzen sie die gespeicherte Energie frei – und es quietscht.

 

Foto: FotoHiero  / pixelio.de

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