Warum hilft kratzen, wenn es juckt?

Lass jucken, Kumpel!

 

Ein Jucken mitten am Rücken ist lästig, aber hilfreich. Sofern nicht eine Krankheit dahinter steckt, bedeuten uns die gereizten Nervenenden in der Haut durch ein Kribbeln, dass sich ein unerwünschtes Insekt oder ein Partikel an unserem Körper befindet.

 

Beides ist eine mögliche Gefahr, aber so klein und leicht, dass wir es ohne Jucken vielleicht nicht bemerken würden. Sind hingegen Krankheiten wie Neurodermitis, Allergien oder Diabetes die Ursache, reizen Entzündungen, Histamin und andere störende Stoffe die Nerven. In allen Fällen hilft eines ganz sicher: Kratzen. Diese erlösende Tat spielt sich hauptsächlich im Rückenmark ab. Dort verlaufen spezialisierte Nervenzellen, die den Juckreiz aus jeglicher Körperregion in Form von elektrischen Signalmustern ans Gehirn funken. Wird gekratzt, ändert sich dieses Muster, das Gehirn erhält statt der Info „Jucken“ die neue Nachricht „Schmerz“.

 

Reiben mit den Fingerspitzen ist stärker als Jucken, so dass sozusagen der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Waren Flusen oder Miniteilchen der Auslöser, ist die Sache damit erledigt. Die Hirnareale, die für negative Gefühle zuständig sind, werden wieder inaktiv, ein Wohlgefühl stellt sich ein. Anders bei krankhaften Ursachen. Entzündungen, Histamin und Co kommt man durch Kratzen nur rund 30 Sekunden lang bei, dann signalisiert das Rückenmark wieder die alten Juck-Muster.

 

Foto: Susanne und Giovanni Romano / pixelio.de

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