Warum haben Fischmesser oben eine Kerbe?

fischmesser

Hätten Fischmesser eine symmetrische Klinge, sähen sie bestimmt viel schwerfälliger und langweiliger aus. Doch davon abgesehen hat die kleine Kerbe, die ältere Fischmessermodelle an der breitesten Stelle hinter der Spitze haben, auch einen Zweck: Mit ihr lassen sich Gräten aus dem Fisch heben. „Dabei zieht man das Fischmesser flach über das Fischfilet, verhakt die Kerbe, sobald man damit an eine Gräte stößt und zieht sie heraus“, erklärt Thomas Dix vom Besteckhersteller WMF. Die Produktentwickler der Firma testen die Kerben der Hausmodelle allesamt in der Firmenküche und „bestätigen, dass es funktioniert, sowohl mit großen als auch mit kleinen Gräten.“

Ob Fischkenner Wert auf die Kerbe legen, ist allerdings eine andere Frage. Fischköche, Gourmets und Gastrokritiker tendieren heute eher zu der Meinung, dass zum Essen von Fisch ein normales Speisemesser ebenso taugt, nur eben nicht so elegant wirkt wie eine breite Spatelklinge mit abgeschrägter Spitze. Der renommierte Fischgourmet und Meeresbiologe Manfred Klinkhardt etwa verkostet um die 60 Kilogramm Fisch pro Jahr und meint: „Mit oder ohne Fischmesser, das macht für mich beim Essen überhaupt keinen Unterschied. Ich denke, die Kerbe, die manche Fischmesser haben, ist sicher auch ein Designtrick. Er soll wohl vermitteln, dass der Besitzer ein tolles, durchdachtes Gerät in der Hand hat.“

 

Foto: TiM Caspary  / pixelio.de

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