Sonia Rykiel für H&M: Die sexy Modenschau live aus Paris im Internet

 

Sexy H&M
Da inszeniert man eine riesige Show mit Sonia Rykiel im Pariser Grand Palais – und die PR-Abteilung von H&M ist nicht in der Lage, eine einzige Moderatorin abzukommandieren, die Französisch spricht! Das Interview vor der Show lief also leidlich holprig, zumindest bis Nathalie Rykiel, Tochter der großen Modeschöpferin, erklärte, warum man mit H&M kooperierte: „Um den Traum vom Pariser Chic für allen Frauen der Welt wahr zu machen, zum erschwinglichen Preis.“

 

Schneller Schnitt in die Halle: Vor einem blau leuchtenden Eiffelturm eröffnet endlich First Face Lily Cole als Lenkerin auf einem gigantischen Pferdewagen. Sie und ihre zwei Begleiterinnen tragen schwarz-blaue Balconet-BHs mit 50er-Jahre Knickers und geben damit den Stil der ganzen Kollektion vor: Irma LaDouce trifft Belle de Jour, das Ganze im satinglänzenden Millenniums-Stil der gerade um die Welt schwappenden Burlesquewelle.

 

Noch mehr Mädchen, darunter Stars wie Raquel Zimmerman, rollen auf Karnevalszügen durch das Zuschauerrondell. Manche auf Schaukeln, manche unter Luftballonbäumen, manche auf Betten. Sie alle haben wilde Rykiel-Mähnen, gekrönt von glitzernden Pillboxhütchen. Was sie tragen, ist insgesamt eher elegant als frech. Ein niedliches Outfit hat Puschelrosen am Po und auf den BH-Spitzen, ein anderes betört mit breiten Strapsgürteln aus Satin, allerdings hautfarben wie im Krieg. Der Rest ist sportlich – es wäre gelacht, wenn ab 5. Dezember zwischen roten und blauen Baumwoll-Sets nicht jeder etwas Passendes finden würde. Wer verrucht sein üben will, kann ja einen der Chiffon-Morgenmäntel in Nude und Schwarz drüber tragen. Fehlt nur noch ein Bordell, eine Zigarette und Alain Delon.

 

Leider macht die letzte Einstellung auf eine Truppe in rot geringelten Ensembles zu klar, wohin der Hase läuft: Alles ist halb so wild, Rykiels H&M-Chic overdresst niemanden in den heimischen vier Wänden. Da das Ringelkonzept bei H&M schon seit vielen Jahren bestens läuft, hat man wohl auch Sonia Rykiel dazu geraten. Man will ja verkaufen. Schon mehrfach sind Designerkooperationen nicht nach Wunsch gelaufen, manche Teile lagen in den Regalen wie Blei. Man erinnere sich nur an manche merkwürdig geschnittenen Teile aus der Lagerfeld-Kollektion.

 

Oder hat Soniy Rykiel bei H&M vielleicht nur keiner richtig verstanden? Französischer Chic ist normalerweise so viel raffinierter.

 

Hana Mon Tanna

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