Sind Männer unzuverlässiger als Frauen?

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Die Idee, dass Frauen sich nicht auf Männer verlassen können, taucht immer wieder gern in mittelprächtigen Liebesratgebern auf. Angeblich ist die Evolution schuld, heißt es. Doch in Wahrheit sind Männer nur in Ausnahmefällen unzuverlässig!

Wie die Mainzer Evolutionsbiologin Susanne Foitzik erklärt, hält sich die Legende vor allem deshalb, weil Männer sich bei der Partnerwahl anders verhalten. Da sie eher bereit sind, eine neue Gespielin zu erwählen – denn sie sind in der Tat von der Entwicklungsgeschichte dazu erzogen, ihre Gene großzügig zu verteilen – ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei ihnen zu One-Night-Stands kommt, größer als bei Frauen. „In dem Fall kann die Frau dann tatsächlich davon ausgehen, dass der Mann unzuverlässig ist und sich nicht um ein möglicherweise entstandenes Kind kümmert. Babypflege betreibt in der Natur nun mal immer der Elternteil, der dem Nachwuchs räumlich nahe ist.“

Die Regel sei aber, so Foitzik, dass Männer durchaus eine sorgfältige Partnerwahl betreiben – und zwar deshalb, weil sie sich langfristig sehr wohl um den Nachwuchs kümmern. „Auf der ganzen Welt investieren Männer unterschiedlichster Kulturen ihr Vermögen in die Bildung ihrer Kinder. Und sie setzen auch viel diplomatische Energie darin, dem Nachwuchs eine gute gesellschaftliche Stellung als Erwachsener zu verschaffen.“ Hilft der Mann bei der Brutpflege – also beim Kinder hin und her fahren, im Haushalt und überhaupt bei täglichen Aufgaben des Zusammenlebens – führt das zum besserem Aufzuchterfolg. „Wie unterschiedlich das Verhalten der Geschlechter von Fall zu Fall auch sein mag“, sagt Foitzik, „Mann und Frau verfolgen dieselben Interessen. Unterm Strich sind sie gleich zuverlässig.“

 

Foto: Alexandra H.  / pixelio.de

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