Macht Salz glücklich?

Ratten stehen auch drauf!Foto: Eva Peters-Velasquez / pixelio.de

 

Wer so richtig Appetit hat, träumt von einer gut gesalzenen Pizza, oder wenigstens Antipasti, zubereitet mit leckerem Fleur-de-Sel. Menschen lieben Salz! Und essen deshalb viel zu viel davon. Rund zehn Gramm täglich, also einen gut gehäuften Teelöffel, konsumieren wir – das sind acht Gramm mehr, als der Körper eigentlich braucht. Psychologen aus Iowa (USA) haben jetzt eine Erklärung, warum wir so wild auf das weiße Pulver sind: Es ist ein natürliches Antidepressivum.

 

Die Forscher folgern das aus einem Experiment, in dem sie Ratten auf eine salzfreie Diät setzten. Die Tiere waren schon bald völlig niedergeschlagen, gingen ihren Lieblingsspielen nicht mehr nach, drückten nicht mehr auf einen Knopf, der ihnen ein angenehmes Gefühl verschaffte, und ließen sogar Zuckerwasser links liegen. „Dinge, die angenehm für Ratten sind, verloren ihre Anziehungskraft“ erklärt Studienleiter Kim Johnson. „Wir vermuten deshalb, dass auch ein Salzdefizit zu den wichtigsten Symptomen führen kann, die man mit Depressionen verbindet.“

 

Das Verlangen nach Salz wäre damit so etwas wie Drogensucht. Schließlich essen wir übersalzene Gerichte, obwohl wir genau wissen, dass wir damit Herz und Blutdruck in Gefahr bringen. Und schon nach wenigen Stunden Entbehrung wird unser Verlangen nach salzigen Speisen so stark, dass wir fast an nichts anderes denken können. Allerdings ist diese Abhängigkeit nicht unsere Schuld. Da der Mensch von Lebewesen aus den salzigen Wassern der Meere abstammt, brauchen seine Zellen und Nerven immer noch Natrium und Chlorid – die Hauptbestandteile von Speisesalz – um zu funktionieren. Aufrecht an Land angekommen, hat sich der Körper deshalb mit ein paar Tricks darauf spezialisiert, stets für ausreichend Vorrat zu sorgen: Der Geschmack ist für unsere Zunge leicht zu erkennen, sehr lecker, und im Gehirn entsteht beim Verspeisen ein angenehmes Gefühl.

 

Salz ist daher das am meisten konsumierte Mineral, ganz egal was Wellnesspäpste sagen.

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