Machen Großstadtlichter krank?

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Die erleuchtete Skyline von New York ist für Viele ein erhabener Anblick. Die ganze Kultiviertheit der Menschheit scheint sich darin zu spiegeln – die Nacht zum Tag zu machen, ist heute eine selbstverständliche Kunst. Doch diese Kunst zerstört die Atmosphäre. Straßenlaternen, Stadion- und Hochhauslichter produzieren mehr Ozon, Smog und fördern sogar Krankheiten.

Geht es nach der Natur, ist die Nacht die Zeit der Nitratradikale. Diese atmosphärischen Stoffe, allen voran NO3, überleben tagsüber keine zehn Sekunden, weil das Sonnenlicht sie zerstört. Einzig im Dunkeln bestehen sie und können ihre Arbeit tun: Umweltgifte neutralisieren. Vor allem flüchtige, organische Substanzen (VOC), wie sie im Straßenverkehr und in der Industrie entstehen, fallen ihnen zum Opfer. Da diese Gifte Vorläufer von Ozon sind, muss die Luft von ihnen gereinigt werden, andernfalls steigen die Ozonwerte.

Genau dies geschieht nun durch Kunstlicht, fand eine Forschergruppe des US-Instituts für Ozeanische und Atmosphärische Studien heraus. Laternen und Scheinwerfer zerstören nachts das wichtige NO3 um rund fünf Prozent, die Gifte bleiben in der Atmosphäre. Schlimmer: Beim Zerfall von NO3 entsteht Stickstoff, der tagsüber die Smogbildung, und somit die Ozonwerte in die Höhe treibt. Insgesamt blüht die Ozonbildung durch Großstadtlichter um rund 7 Prozent.

Erschwerend hinzu kommt, dass die nächtlichen Lichter große Anziehungskraft auf Stechmücken haben. Die verstärkte Anwesenheit der Insekten, sowie die Tatsache, dass die Menschen bei Licht abends mehr nach draußen gehen, führt laut brasilianischen Biologen zu erhöhter Ansteckungsgefahr für Malaria und anderen Tropenkrankheiten.

Als Lösung schlagen die US-Forscher unter anderem vor, Laternen besonders zu fördern, die nur in Richtung Boden leuchten. Auch den Einsatz von Rotlicht erörtern sie. Gegen dieses sind Nitratradikale wie NO3 nämlich immun.

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

 

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