Klüger durch Schwangerschaft?

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Schlüssel im Gefrierfach, Name der Hebamme vergessen – Schwangeren passieren solche Dinge öfter. Weswegen ihnen auch laufend unterstellt wird, ihre kognitiven Leistungen wären beeinträchtigt. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Schwangersein macht klug!

Wie die US-Neurologin Pilyoung Kim vom National Institute of Mental Health heraus fand, vergrößern sich während der neun Monate, in denen eine Frau ihr Baby austrägt, wichtige Teile des Gehirns. Kim und ihre Kollegen scannten die Köpfe von 19 Müttern per MRT kurz nach der Geburt und fanden dabei die graue Substanz im Hypothalamus (vegetative Funktionen), Parietallappen (Sinneswahrnehmungen), der Amygdala (Angst, Lust und emotionale Bewertungen) sowie im präfrontalen Cortex deutlich angewachsen vor. Letztere Region ist das Zentrum für Vernunft, Entscheidungen und Problemlösungen, kurz: für gesunden Menschenverstand. Zudem maß das Forscherteam eine besonders große Amygdala bei den Frauen, die eine sehr innige Beziehung zu ihrem Baby pflegten. „Ob dabei die vergrößerte Amygdala die Beziehung zum Kind fördert, oder aber anders herum die Babybeziehung das Wachstum der Amygdala, lässt sich leider nicht sagen“, so Kim.

Dass die grauen Zellen im menschlichen Hirn sich erkennbar vermehren, kommt normalerweise nur vor, wenn ihr Besitzer besonders intensiv gelernt hat, eine Gehirnoperation hatte oder eine Gehirnverletzung erlitt. Dass Schwangere ebenfalls in den Genuss vermehrter Intelligenz kommen, schreiben die Forscher dem Umstand zu, dass die Versorgung eines Babys außergewöhnliche Fähigkeiten erfordert, die die Evolution von Männern erst gar nicht erwartet – sie sind zu unzuverlässig.

Foto: www.helenesouza.com  / pixelio.de

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