Haben Kraken einen Lieblingsarm?

Shake Hands ;-)

Shake Hands …
Foto www.freenaturepictures.com

Wir Menschen haben zwei Hände und benutzen eine davon deutlich öfter. So verhält es sich bei vielen Tieren mit spezialisierten Gehirnhälften – deshalb vermuteten Forscher lange, dass auch Oktopoden bestimmte Arme für bestimmte Tätigkeiten bevorzugen. Schließlich ist das Hirn der intelligenten Tintenfische noch stärker aufgeteilt als das von Säugetieren: Nur ein gutes Drittel befindet sich im Kopf, der Rest in den acht Tentakeln.

 

Das ruft nach Arbeitsteilung. Doch nun widerlegt überraschend eine Untersuchung der Sealife Aquarien diese Annahme. „Kraken haben offenbar keinen Lieblingsarm“, berichtet Arndt Hadamek, Biologe und Chefaquarist im Sealife Aquarium Speyer. „Es gibt keine ‚Rechtshänder’ unter ihnen, zumindest keine echten.“

 

Im Zuge der Studie wurden in 24 europäischen Aquarien 30 gemeine Kraken täglich eine Stunde lang von allen Seiten gefüttert und bespielt. Das Ergebnis: „Die meisten griffen mit allen sechs Vorderarmen gleich gerne nach Futter und Gegenständen. Nur die zwei hinteren Arme benutzten sie wie Beine, um sich am Becken abzustützen.“ Manche Tiere bevorzugten zwar eine Armseite. Doch diese Fälle schreiben die Experten einer ungleichen Sehstärke der Augen zu – die entscheidenden Organe zur Steuerung der Tentakel. Fazit: Jeder Oktopus-Arm tut das, was ihm gerade vor die Näpfe kommt.

 

Was kein Nachteil sein muss. Denn dass Tentakel erstaunlich selbständig und sinnvoll handeln, wurde schon oft beobachtet. Etwa beim Paarungsakt: Hier löst sich ein Arm vom Körper des Männchens, wandert auf eigene Faust zur Körperöffnung des Weibchens, liefert dort Sperma ab und stirbt. Damit garantiert er seinem Ex-Besitzer nicht nur das Fortbestehen, sondern rettet auch sein Leben. Krakenweibchen verspeisen nämlich Männchen, die ihnen zu nahe kommen, ganz gerne mal. Sofern die sich nicht mit allen Armen dagegen wehren.

 

Fotoquelle: www.freenaturepictures.com/octopus-pictures.php

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