Dauern Flüge von Westen nach Osten länger?

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Kling auf den ersten Blick hübsch: Von Berlin nach Tokyo fliegt die Boeing mit der Erddrehung mit und kommt langsamer voran, weil das Ziel sich praktisch von ihr weg dreht; von Tokyo nach Westen hingegen dreht sich dem Flieger Berlin entgegen. Schön wär’s! Doch der Trick, der Erddrehung ein Schnippchen zu schlagen, funktioniert nicht. Denn auch wenn ein Flugzeug sich in rund 10.000 Metern Höhe bewegt, ist es damit noch lange nicht der Erdanziehungskraft entkommen. Egal in welche Richtung es düst, es bleibt ein Teil der Erde und macht innerhalb der Atmosphäre immer auch die Erdbewegung mit. Einen Vor- oder Nachteil in Bezug auf die Erddrehung gibt es bei Flügen also nicht.

Es gibt jedoch einen Flugvorteil durch Wind – und der führt von Westen nach Osten! Wer Flugpläne studiert, wird schnell sehen, dass die Strecke New York-Frankfurt immer um die ein bis zwei Stunden schneller absolviert ist als Frankfurt-New York. Der Grund dafür sind Winde (auf der Nordhalbkugel) zwischen dem 20. und 30. sowie 40. und 60. Breitengrad, die Flugzeugen Rückenwind geben. Diese Jetstreams entstehen durch den Corioliseffekt: Die heiße Luft über dem Äquator will zum kalten Nordpol strömen, wird aber durch die Erddrehung, der sie – wie das Flugzeug! – verhaftet ist, nach Osten abgelenkt. So entstehen Luftströme, die von allen Fluggesellschaften bei der Routenplanung begeistert ausgenutzt werden. Flüge von Westen nach Osten dauern also kürzer.

 

Foto: Jörg Brinckheger  / pixelio.de

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